Freitag, 8. Mai 2009

Auf dem Weg zum Meer

Nach einem Bier in der ÖBB Club Launtsch beziehen wir um 1836 unser Liegewagenabteil nach Split. Bis Zagreb haben wir einen Speisewagen, und das Schinkenomelette mit Fritten passt hervorragend zum Ozujsko Pivo. Hannes ist bereits eingewiesen in die hohe Kunst der Schiffsübernahme, und Michael hat ein sehr überzeugendes Versorgungskonzept vorgelegt. Was will man mehr?

Morgen werden wir gegen 7 Uhr in Split sein, und hoffen im Lauf des Vormittags das Schiff übernehmen zu können.

Montag, 4. Mai 2009

Geschafft

Wir sind ohne nass zu werden vom Semmering bis Köszeg gekommen. Wir haben unterschieliche Kulturlandschaften durchquert, vom hochalpinen Gelände über Almen, hügelige Wälder bis zu Weingärten.

Nicht immer sind wir der Route der Alpannonia gefolgt. Dadurch haben wir vielleicht die eine oder andere Attraktion, wie z.B. das Speckkammerl bei Bernstein versäumt, aber gerade am letzten Tag vermutlich idyllischere Landschaft in der Ebene statt am Ausläufer des Günser Berglandes gehabt.

Knapp 100 Kilometer Wanderung an 4 Tagen. Das geht ohne Schmerzen, versetzt uns jedoch am letzten Tag im Zuge der Besichtigung von Köszeg doch in einen angenehmen Zustand entspannter Müdigkeit. Nur Andreas klagt etwas über Knieschmerzen, die kommen aber vermutlich von den 10 Jahre Wandreschuhen.

4 Tage vom Wechselgebiet über die Bucklige Welt und das Günser Gebirge in den Alpengrund, wie das Gebiet am Rand des Günser Gebirges von den Ungarn genannt wird. Das sind nicht nur unterschiedliche Kulturlandschaften, sondern auch Klimazonen und damit Vegetationen. Das Wetter selbst war auch bemerkenswert. Wir hatten viel Sturm und gleichermaßen warmes wie kalter Wetter. Zwei Frontdurchzüge haben wir ohne nennenswerte Niederschläge überstanden.

Kurz noch etwas Gipfelsammlerstatistik:
- 6 Achthunderter
- 1 Zwölfhunderter
- 1 Dreizehnhunderter
- 1 Fünfzehnhunderter
- 1 Siebzehnhunderter

Inzwischen sind wir fast wieder zuhause, diese Zeilen entstehen im Speisewagen bei Fehring. Kurz nach 22 Uhr werden wir wieder Grazer Boden unter den Füßen haben, aber die Erinnerungen an diese unvergessliche Weitwanderung werden bleiben...

Cak - Köszeg

Die letzten paar Kilometer! Durch Kellergassen und entlang von strohgedeckten Häusern wandern wir schnellen Schrittes unserem Ziel entgegen. Zum Glück hält das Wetter sogar, und wir können nach einem Eiskaffee vor der neugotischen Kirche noch entspannt die Stadt besichtigen. Jetzt sitzen wir im Keller des Becsikapu (Ritterwirt) und warten auf das wohlverdiente Abschlussessen. Danach hoffen wir noch auf etwas trockenes Wetter für die über 1 Kilometer lange Strecke zum Bahnhof.

Hirschenstein - Geschriebenstein - Velem

Noch zwei Achthunderter, Hirschenstein mit ORF-Sender und Geschriebenstein mit leider geschlossener Aussichtswarte, geht es schleißlich hinunter in das ungarische Tiefland nach Velem. Auf dem Weg haben wir noch Begegnung mit einigen Blindschleichen, und jetzt hoffen wir, dass das Wetter noch hält. Wir blicken nach einer hervorragenden Brettljause besorgt auf Quellwolken.

3. Nacht

Nach einem gemütlichen Tagesausklang auf der Terrasse des Kohlstättner Hofes bei gutem Essen und danach vielleicht etwas zu viel Uhudler haben wir alle eher schlecht geschlafen, vor allem so gegen 3 Uhr Früh. Draußen war es zumindest gleich warm wie drinnen. In der Früh jedoch holen wir uns noch genug Energie bei einem feinen Frühstücksbuffet.

Sonntag, 3. Mai 2009

Garbage Art in Holzschlag - Oberkohlstätten

Die Frage stellt sich, wann die geneigte Leserschschaft zuletzt ein großes Bier für 2,50 Euro getrunken hat. Für uns war es in Holzschlag, welches uns nicht nur deswegen, sondern auch wegen interessanter windgetriebener Kunstwerke aus PET-Flaschen in Erinnerung bleibt Zu diesem Zeitpunkt war auch schon unser Tagesziel Oberkohlstätten in Sichtweite, mit dem darunter liegenden Unterkohlstätten, wo wir auch noch kurz einkehren.

Die vorbestraften Gänse von Burg Bernstein

Wir haben die Gänse zwar nicht gesehen, aber dafür die Burg, diverse Gegenstände aus Serpentin und Grubenfahrzeuge vor dem Bergbaumuseum. Spannendes Bernstein!

Steinstückl - Kienberg - Bernstein

Zwei der kühnsten burgenländischen Zinnen, im Bernsteiner Gebirgsmassiv gelegen, stellten sich uns auf dem Weg nach Bernstein in die Quere. Die deswegen notwendigen Zwangsbezwingungen stellten sich jedoch als äuserst attraktive Ziele mit Assicht und Charakter heraus. Zu erwähnen wäre auch noch der gigantische Sepentinsteinbruch, der uns zu einem Umweg zwang, dem aber der Marktort Bernstein mit Burg seinen Reichtum verdankt. Und von uns zur mittägliche Einkehr genutzt wird.

Zitat Dieter: drei Achthunderter an einem Vormittag.

Neues von Andrea: 30 Minuten vor unserer Ankunft in Bernstein kommt ein SMS von ihrer Mittagspause bei der Laglmühle.

Hutwisch - Guglhupf

Der Guglhupf ist in diesem Fall nichts zum Essen, sondern eine aufgeschüttete Aussichtswarte am Kegelfeld. Doch zuvor haben wir noch am Hutwisch die Aussichtswarte erklommen und uns dann von Andrea verabschiedet. Der Weg bis zum Guglhupf führt dann über fast schon kitschige Frühlingswiesen und durch ein atemberaubend idyllisches Hügelland.

2. Nacht

Der Höhwirt versorgt uns bestens mit Speis und Trank, und vermutlich auf Grund der doch etwas längeren Etappe stellt sich bald Müdigkeit ein. Nach etwas Fernsehen schlafen wir bald ein, nur Andrea kämpft noch etwas mit der Umstellung von südamerikanischer auf mitteleuropäische Ernährung.

Nach einem Luxusfrühstück sind wir bereit für die nächste Etappe. Die Sonne scheint und der Wind hat fast aufgehört.

Samstag, 2. Mai 2009

Waldbauernriegel - Höhwirt

Die letzten paar Kilometer unserer heutigen Tagestour! Dank Andrea haben wir alle ein Gipfelbier im Rucksack, also brauchen wir einen Gipfel. Da wir ja schon ziemlich am Rand der Alpen sind, werden die Gipfel natürlich schon rar. Aber dank Dieters vorausschauender Reiseplanung finden wir den Vermessungspunkt des 865m hohen Waldbauernriegel, und erfüllen die Mission Gipfelbier erfolgreich. Der restliche Weg zum Höhwirt ist dann auch nicht mehr wirklich beschwerlich und im Moment haben wir alle die vielversprechende Speisekarte vor uns: Surschnitzel klingt doch verlockend, ebenso gebackene Leber und Kaninchenschnitzel...

Schlag

Nach Verabschiedung von Salmi, Christl und Andreas Papa in Mönichkirchen, die beim Mittagessen bei uns waren, geht es bei wechselhaftem Wetter durch lichten Wald und später über Hügel nach Schlag, wo wir beim Gasthaus Schloss Ziegersberg in eine angeregte Diskussion über die Golf-HAK in Stegersbach und den lokalen Golfplatz mit der örtlichen Bevölkerung vertieft sind. Und das obwohl wir alle gar nicht golfen...

Mönichkirchner Schwaig - Kogel - Mönichkirchen

Irgendwann muss ja das erste Bier sein. Heute auf der Mönichkirchner Schwaig. Von hier geht's dann weiter auf den unscheinbaren aber nicht minder attraktiven Kogel. Danach Abstieg nach Mönichkirchen, ausgezeichnetes Essen beim Lang und vor allem: ab hier begleitet uns Andrea, und das bis morgen am Hutwisch.

1. Nacht

Wenn draußen mit 60 kmh der Wind weht, dann weiß man ein beheiztes Zimmer in der Hütte umso mehr zu schätzen. Nach einem gemütlichen Abend bei Bier und Essen hab ich natürlich auch wie ein Baby geschlafen.

Hallerhaus

Nach einer schönen morgendlichen Etappe bei starkem Wind und wunderbarer Aussicht, jedoch geschlossenem Gasthaus auf der Vorauer Schwaig, gibt es im Hallerhaus ein zweites Frühstück.

Nach dem gestrigen Motto zwischen vorsichtig pragmatisch und pragmatisch optimistisch, lautet das heutige Motto vorsichtig euphorisch.

Freitag, 1. Mai 2009

Hochwechsel - Etappenziel

Starker Wind, aber noch immer trocken! Nach Besichtigung des eher ekelhaften Kriegerdenkmals gehts in die warme Hütte, wo außer uns auch noch eine Gruppe Mopedfahrer übernachten wird.

Eindrücke: eine sehr abwechslungsreiche Etappe. Nicht nur von der Landschaft, sondern auch von den Temperaturen. Nach einem eher öden Aufstieg zum Hirschenkogel durch das Schigebiet wird es immer schöner. Vor allem die Wegstücke durch lichten Wald mit Aussicht auf Sonnwendstein und Stuhleck waren ein Höhepunkt. Und natürlich der Blick vom Sonnwendstein auf die Semmeringbahn. Oder aber auch die Idylle beim Wirt am Feistritzsattel.

Kranichbergschwaig

Wir sind doch im Hochgebirge! Je höher wir kommen, umso mehr wird der Schnee. In niedrigen Lagen sinken wir schenkeltief ein, weiter höher trägt der Schnee. Aber das Wetter ist uns gnädig. Als das Wetterkogelhaus am Hochwechsel in Sichtweite kommt, ist es zwar schon recht dunkel von der dichten Wolkendecke, aber bei zum Schluss schon recht starken Wind kommen wir trocken bis zum Ziel der heutigen Tagesegtappe.

Heimatfilm #2

Beim Dissauer am Feistritzsattel gibt's ein Bier! Hinter uns liegt eine wunderschöne Etappe über Wald und Wiesen, zum Teil noch mit Schneeresten. Und Wärme mit Sonnenschein!

Nachtrag: eine Leberknödelsuppe muss auch noch sein, und Dieter kriegt eine Frittatensuppe.

Heimatfilm

Sonnige Grüße vom Sonnwendstein. Die Berner Würstel und das Stiegl Bier haben uns gestärkt für die nächste Etappe zum Feistriztsattel.

Am Sonnwendstein

Nach zwei Stunden Wanderung gibt's nun Mittagessen am Sonnwendstein. Der Weg vom Bahnhof Semmering zum Hirschenkogel führte relativ unspektakulär durch das Schigebiet, dafür ging's dann auf einem feinen Forstweg bei angeregter Diskussion über historische Themen fast von selbst zu dem wirklich ansprechenden Ensemble von Hütten rund um die ehemalige Bergstation. Das Wetter bis jetzt: wechselhaft, aber nur ein paar Regentropfen.